Die Karl Meyer Gruppe. Das Morgen denken.

Mirko Stührenberg fuhr mit Konvoi an die ukrainische Grenze

Foto: Christian C. Schmidt

Über das Himmelfahrt-Wochenende beteiligte sich Mirko Stührenberg (46 Jahre), Mitarbeiter der IT-Abteilung der Karl Meyer AG, an einem vom Landkreis Stade koordinierten Hilfskonvoi. Dieser brachte dringend benötigte medizinische Ausrüstung und Fahrzeuge zur polnisch-ukrainischen Grenze. Mit insgesamt 19 Fahrzeugen – darunter Kranken- und Löschfahrzeuge – machten sich 39 Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren, des DRK, der DRLG, der Johanniter und weitere Freiwillige auf den Weg ins polnische Radymno.

Mirko Stührenbergs Teilnahme kam eher zufällig zustande: Über Freunde, die nach ausrangierten Verbandskästen suchten, wurde der 46-jährige auf die Aktion aufmerksam und meldete sich als freiwilliger Fahrer: „Als ich von dem Konvoi hörte, war es für mich eine Selbstverständlichkeit, mich zu melden. Schließlich hat mein Vater schon Hilfsgüter von Cuxhaven nach Russland transportiert, ich setze also eine kleine Familientradition fort.“ Zunächst landete er erstmal auf der Warteliste. Als jedoch spontan weitere Fahrer gesucht wurden, sprang er zusammen mit zwei Freunden ein und überführte einen Krankentransportwagen vom Rettungsdienst Cuxhaven nach Polen.

Die rund 1.200 Kilometer lange Strecke wurde in 26 Stunden zurückgelegt – mit maximal 70 km/h, angepasst an das langsamste Fahrzeug im Verband: ein Oldtimer-Löschfahrzeug, das zuvor noch nie länger als 100 Kilometer am Stück gefahren war und den Konvoi zu Beginn der Fahrt aufgrund eines leeren Tanks zu einem ungeplanten Stopp zwang. „Es galt eine klare Regel: Der Konvoi bleibt zusammen, komme was wolle“, berichtet Mirko Stührenberg. Mit den Blaulichtern im Dauereinsatz überfuhren die Fahrzeuge gemeinschaftlich rote Ampeln – Hauptsache, keiner blieb auf der Strecke.

Die Fahrt wurde zu einer logistischen Herausforderung und zu einem echten Gemeinschaftserlebnis. Bei jedem Tankstopp formierte sich das scherzhaft genannte „Tankballett“: Ein Koordinator, der „Dirigent“, wies alle Fahrzeuge den passenden Zapfsäulen zu – je nach Kraftstoffart und Position des Tankstutzens.

Pro Fahrzeug waren zwei Fahrer:innen an Bord, die sich abwechselten und so gemeinsam die Strecke zurücklegten. In Radymno angekommen, wurden die Hilfsgüter an ukrainische Kräfte übergeben, die diese ins Kriegsgebiet überführten. Manche Fahrzeuge, darunter der von Mirko Stührenberg gesteuerte Krankentransportwagen und auch das Oldtimer-Löschfahrzeug, blieben ebenfalls vor Ort und dienen in den umkämpften Regionen als Einsatzfahrzeuge. Trotz Sprachbarrieren gelang außerdem eine technische Einweisung in die überlassenen Fahrzeuge.

Für Mirko Stührenberg war es ein eindrucksvolles Erlebnis, geprägt von Zusammenhalt und Kameradschaft – und eines, das er jederzeit wiederholen würde: „Wir gehören jetzt zum Team und sind bereit, jederzeit wieder zu helfen.“